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Anleihen Welt – Zinssenkungs-Knoten geplatzt

Im dritten Quartal änderten Notenbanken weltweit 62-mal ihren „politischen Zins“.


Die Hälfte der Zinsänderungen erfolgte im September. In 56 Fällen wurde der Leitzins gesenkt, darunter beispielsweise je einmal in der Eurozone, in den USA, in Großbritannien, in der Schweiz und zweimal z.B. in Schweden. Angehoben wurde der Zins je einmal in Japan und Brasilien, in Russland zweimal.

Daran erkennt man erstens eine eindeutige Hauptrichtung der Zinsänderungen weltweit und zweitens eine Massierung im September. Das war auch der Monat, in dem die einflussreichste Zentralbank der Welt, die Fed, wie auch die EZB ihre Zinsen tiefer setzten. Den Zinssenkungs-Entscheidungen lagen der nun deutlichere Rückgang der Inflation wie auch Zeichen konjunktureller Schwäche zugrunde. Die EZB senkte den als Leitzins bezeichneten Hauptrefinanzierungssatz am 12.September auf 3,65 Prozent um minus 0,60 Prozentpunkte. Den derzeit für geldpolitische Operationen wichtigeren Einlagenzins senkten die Währungshüter der Eurozone um 0,25 Prozentpunkte auf 3,50 Prozent. Die Fed setzte das Zinsband ihrer „Federal Funds Rate“ um 0,50 Prozentpunkte auf 4,75 bis 5,00 Prozent herunter. Es war die erste Zinsänderung seit Juli 2023 und die erste Zinssenkung seit März 2020. Die Schweizer Nationalbank verringerte Ende September den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent.

Diese verdichtete Zinssenkungsaktivität vieler Notenbanken substantiierte die Erwartungen am Markt, dass der Zinssenkungsknoten nicht nur bei der Fed geplatzt ist und weitere Zinssenkungen in nächster Zeit folgen werden.

In den USA ging infolgedessen die Rendite einer 10-jährigen Staatsanleihe in Quartalsfrist von 4,41 auf 3,79 Prozent zurück. Eine 1-jährige US-Staatsanleihe rentierte Ende Juni mit 5,15 Prozent, Ende September mit 4,02 Prozent.

In Deutschland gab von Juni bis September die Rendite einer 10-jährigen Staatsanleihe von 2,54 Prozent auf 2,13 Prozent nach und die einer 1-jährigen von 3,24 auf 2,54 Prozent.

Bei fallenden Renditen stiegen die Kurse der meisten Anleihe-Indizes im Quartalsverlauf. Ein Index von S&P für Staatsanleihen der entwickelten Welt steigerte sich im Quartal um knapp 4 Prozent. Ein Index desselben Anbieters für Unternehmensanleihen aus führenden Volkswirtschaften kletterte in diesem Zeitraum 6 Prozent nach oben.

Der japanische Nikkei Index verbesserte sich zwar im vierten Quartal nur wenig, über das Jahr steigerte er sich jedoch um 29 Prozent. Breite Schwellenländer-Indizes blieben 2023 mit Zuwächsen im mittleren einstelligen Bereich hinter der Gruppe der entwickelten Länder zurück. Das lag an unterschiedlichen Trends in dieser Kategorie. Chinesische Aktienindizes beendeten das vierte Quartal im Minus, der Hang Seng lag am Schluss sogar 16 Prozent unter dem Jahresstartwert. Anders der indische Sensex, der um 18 Prozent zulegte. Auch der brasilianische Bovespa erzielte nach einem starken vierten Quartal ein Jahresplus von 26 Prozent.

Bild: freepik

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