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Anleihen Welt: fallende Leitzinsen, steigende Renditen

Im vierten Quartal 2024 setzten die meisten Notenbanken ihre Leitzinssenkungen wie erwartet weiter fort. Die EZB reduzierte den wichtigsten geldpolitischen Zinssatz (Einlagefazilität) im Oktober und Dezember jeweils um 0,25 Prozentpunkte auf nun 3 Prozent. Die US-Notenbank Fed senkte ihr Leitzinsband gleichfalls zweimal um denselben Betrag auf eine Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent ab.


2024 war das Jahr der Leitzinssenkungen. Die Plattform cbrates.com zählte 30 Zinsanhebungen und 193 Zinssenkungen von Notenbanken weltweit. 2023 war dieses Verhältnis noch 161 zu 84, ein Jahr zuvor 367 zu 17. Viele Marktbeobachter rechnen mit einer weiteren Fortsetzung der Zinssenkungen auch im kommenden Jahr. In Schwellenländern ist der Zinssenkungszyklus schon weiter fortgeschritten, daher häuften sich hier auch Zinsanhebungen. Allerdings erhöhte auch das Nichtschwellenland Japan 2024 die Zinsen leicht. Im Schlussquartal gingen trotz der beiden Leitzinssenkungen durch die Fed die Renditen für US-Staatsanleihen nach oben: Ende Dezember rentierten 10-jährige mit 4,57 Prozent; das war höher als ein Jahr zuvor (4%). Zugleich normalisierte sich die US-Zinsstruktur weiter. Die Rendite für Staatsanleihen mit längerer Laufzeit liegt nun in den meisten Laufzeitbereichen über der von Papieren mit kürzerer Laufzeit. Den im Herbst einsetzenden Renditeanstieg erklärten sich die Beobachter unter anderem mit: Aufkeimenden Zweifeln an weiteren Leitzinssenkungen; der Trump-Wahl; steigenden Staatsschulden der USA; attraktiveren Alternativen zu US-Staatsanleihen wie Gold oder Bitcoin.

Auch in Deutschland erhöhten sich im Verlauf des Schlussquartals die Renditen 10-jähriger Staatspapiere. Viele Kommentatoren sahen darin eine Reaktion auf die steigenden US-Renditen. Aber auch politisch-wirtschaftliche Unsicherheiten oder Befürchtungen in Deutschland im Zusammenhang mit der Regierungsauflösung wurden als Grund angeführt. Manche Beobachter hielten die Renditeanstiege für übertrieben.

Indizes für US-Staatsanleihen wie auch für Unternehmensanleihen mit guter Bonität gaben im Schlussquartal überwiegend im unteren einstelligen Bereich nach, in der Spanne zwischen 1 und 3 Prozent lagen vielfach auch die Jahres-Zuwächse. Globale Indizes für Investment-Grade-Anleihen steigerten sich 2024 gleichfalls meist in dieser Größenordnung.

Bildrechte: freepik/Kucuktezcan

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